Opel zal noch mehr als ein Jahr kurzarbeiten lassen

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Einigungsfähig: Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Schäfer-Klug und Opel-Chef Michael Lohscheller Bild: dpa

Nach der Übereinkunft zur Zukunft des Warenverteilzentrums in Rüsselsheim haben Management und Betriebsräte von Opel nun eine deutlich grundlegendere Einigung erzielt. Die Kurzarbeit soll deutlich verlängert werden.

Tausende Mitarbeiter vonOpelin Rüsselsheim und den anderen deutschen Werken des Autobauers müssen sich auf weitere Monate mit weniger Arbeit als üblich einrichten. Geschäftsleitung und Gesamtbetriebsrat wollen die bestehende Kurzarbeit bis Ende des nächsten Jahres verlängern. Außerdem öffnet die Firma das Altersteilzeit-Angebot auch schon für den Jahrgang 1964. Das geht aus einer Information an die Belegschaft hervor, die der F.A.Z. vorliegt. Am Freitag hatte es dazu eine digitale Betriebsversammlung gegeben.

Thorsten Winter

Zuvor hatte das Management mit dem Vorstoß für Unmut gesorgt, den tarifvertraglich bis August 2025 festgeschriebenen Schutz der Mitarbeiter vor betriebsbedingten Kündigungen in Frage zu stellen. Der Grund: Die deutsche Tochterfirma der Peugeot-MutterPSAwill weitere 2100 Beschäftigte bis Ende 2021 loswerden. Bisher haben sich aber erst rund 500 für eines der laufenden Freiwilligenprogramme entschieden, darunter Abfindungen und Altersteilzeit.

Arbeitsagentur hat das Wort

DieIG Metallsprach angesichts dessen von einem Drohszenario von PSA und Opel. Wie die hessische Landesregierung mahnte die Gewerkschaft umgehend Vertragstreue an. Davor hatten Management und Arbeitnehmervertreter sich auf eine Linie zum Fortbestand des Teilelager genannten Warenverteilzentrums am Stammsitz geeinigt. Demnach bleiben 150 der gut 300 Stellen erhalten. Opel hatte zunächst mehr als 200 abbauen wollen.

Mit der Kurzarbeit will der Autobauer vorübergehenden Mangel an Beschäftigung auffangen, der der Pandemie geschuldet sei. Ob Opel wie gewünscht die Kurzarbeit verlängern kann, muss dieArbeitsagenturentscheiden, wie es in der Information an die Belegschaft weiter heißt. Der Jahrgang 1964 wird in die Altersteilzeit eingebunden. Dies hatten Vertreter der IG Metall zuvor gefordert. Auch sollen Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze zur Disposition stehen, für andere Stellen im Unternehmen qualifiziert werden, um die „innere Mobilität“ zu erhöhen. Nicht zuletzt soll es Qualifizierungsangebote für Beschäftigte geben, die Opel verlassen wollen.

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