Metzler-Analyst Pieper: „Opel-Sanierung hart, konsequent und erfolgreich“

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Fast 20 Jahre steckteOpelmehr oder weniger tief in den roten Zahlen. Der früheren Konzernmutter General Motors misslangen alle Sanierungsversuche. Dann übernahm die Peugeot-Mutter Groupe PSA im Sommer 2017 das Ruder bei den Rüsselsheimern und ihrer britischen Schwester Vauxhall. Im zweiten vollen unter PSA-Regie hat Opel einen Milliardengewinn eingefahren. Mit 1,1 Milliarden Euro gibt die Konzernmutter den Betriebsprofit an und die bereinigte Marge mit 6,5 Prozent nach 4,7 Prozent vor Jahresfrist. Opel eilt den bisherigen Renditeziel von PSA weit voraus und hat zudem die Halbjahresmarge mehr als bestätigt. Angesichts dessen sagt Jürgen Pieper, Autofachmann des Bankhauses Metzler: „Opel ist jetzt saniert.“ Er wählt diegleichen Worte wie PSA-Chef Carlos Tavares. Der Autobauer belohnt nun seine Mitarbeiter mit der ersten Erfolgsprämie seit 1997 (siehe Kasten unten).

Thorsten Winter

Die Gewinnspanne sei „bei diesem Umfeld wirklich gut“, sagte Pieper im Gespräch mit der F.A.Z. Viele Autohersteller leiden unter der Dieselkrise und ihren Folgen sowie unter der Delle im allgemeinen Wirtschaftswachstum. Die GroupePSAhabe bei Opel eine harte und konsequente sowie erfolgreiche Sanierung durchgezogen. Vor drei Jahren sei die Marke mit dem Blitz in einer sehr kritischen Lage gewesen und wäre alleine nicht überlebensfähig gewesen.

„Batteriefabrik der absolut richtige Schritt“

Zwar habe das Management bisher vor allem Kosten gesenkt und Arbeitsplätze abgebaut. Doch wer dies kritisiere müsse bedenken: Einem Todkranken sei auch nicht zu helfen, indem er mehr Sport verordnet bekomme. In solchen Fällen bedürfe es harter medizinischer Schritte, um ihm wieder auf die Füße zu helfen. Dies haben die Franzosen im Fall Opel im übertragenen Sinne getan, wie Pieper sagt.

„Jetzt müssen aber auch die nächsten Schritte folgen“, gibt der Analyst zu bedenken – jene hin für mehr Wachstum, nachdem Opel zuletzt Marktanteile zugunsten der Profitabilität eingebüßt hat. Allerdings bringe die Marke, nach den SUVs Crossland und dem Grandland, gemeinsam mit PSA entwickelten Autos auf den Markt. Pieper erwähnte den Corsa und dessen SchwesterautoPeugeot208. Beide bekämen gute Kritiken. Dies widerlege wiederum Kritiker, die daran gezweifelt hätten, dass solche gemeinsamen Entwicklungen erfolgreich sein könnten.

Zweitens gebe es nun auch den „Aufbruch in neue Technologien“, namentlich die E-Mobilität. Der Corsa-e sei zwar mit 30.000 Euro teurer, als es viele von einem apostrophierten Volkselektroauto erwarteten. Durch die auf 6000 Euro angehobene Prämie von Hersteller und Staat relativiere sich der Preis aber. Zumal für den Corsa-e, anders als für Konkurrenzmodelle, die Batterie nicht eigens geleast werden müsse.

Der geplante Bau einer Batteriefabrik in Kaiserslautern sei der absolut richtige Schritt. Denn nicht nur wegen des Coronavirus dürfte es zu Lieferengpässen bei Batterien aus China kommen. Zudem gebe es erste Berichte über Qualitätsmängel, sagte Pieper.

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