Abgasskandal: Ein Ende mit Schrecken für Volkswagen

    

                        

                VW muss im Dieselstreit Hunderttausenden Kunden Entschädigungen zahlen. Wer dringend Geld braucht, kann den Deal annehmen. Alle anderen sollten vielleicht noch abwarten.             

                         

         

        

        
Das Logo von Volkswagen auf einer Motorabdeckung eines VW Golf 2,0 TDI                        © Patrick Pleul / dpa

            

                                 

                                                     

Endlich ist ein Ende im jahrelangen Streit umVolkswagensDiesel in Sicht. Nach einemdenkwürdigen Zerwürfnis a>haben sich die Anwälte des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den Anwälten des Konzerns vor dem Oberlandesgericht Braunschweigauf einen Vergleich geeinigt. Demnach stehen betroffenen Autobesitzern je nach Fahrzeugtyp und Modelljahr Entschädigungssummen von 1.350 bis 6.257 Euro zu. Insgesamt kostet dieser Deal Volkswagen (VW) rund 830 Millionen Euro. Etwa 260.000 Geschädigte werden ein Entschädigungsangebot erhalten. Das klingt erst einmal gut, aber es gibt ein paar Haken.

                             

Dieselbesitzer, die ihr Auto von VW nach dem 31.12.2015 gekauft haben, können keine Ansprüche geltend machen. Ebenso wenig Kunden, die zum Zeitpunkt des Kaufs ihren Wohnsitz nicht in Deutschland hatten – als sei die Luft außerhalb deutscher Grenzen anders. Österreichische Verbraucherschützer zeigten sich darüber empört: “Der vzbv hat damit die rechtlich berechtigen Interessen von fast der Hälfte der Angemeldeten nicht erfolgreich vertreten”, sagt Peter Kolba, Obmann des österreichischen Verbraucherschutzvereins.

Voor Volkswagen wäre der ausgehandelte Vergleich ein Ende mit Schrecken, nachdem Kunden zuvor Schrecken ohne Ende erlebten. Die Geschichte begann mit einer einzigartigen Produktenttäuschung. Denn es soll sie wirklich gegeben haben, die Autokäufer, die sich für einen Diesel bewusst entschieden, weil sie dachten, damit die Umwelt zu schonen. Hinzu kam später die jahrelange Mauertaktik des Wolfsburger Konzerns.

Kein Stück wollte VW von seiner Ansicht abweichen, alles sei zwar nicht ganz sauber, aber irgendwie doch ganz legal. Worte wie “Dieselthematik” of “Abschaltlogik” wurden erfunden, um Juristen, Behörden en wieder die Kunden in die Irre zu führen. Dazu kam das Klein-Klein, das juristische Auseinandersetzungen mit sich bringen, aber einzelne Autokäufer auch hin und wieder am Rechtsstaat verzweifeln lässt. Das alles könnte nun vorbei sein, denn es gibt endlich etwas zurück.

                             

Wer sollte das Angebot von VW annehmen?

Wer das Geld dringend braucht und endlich Ruhe haben will, sollte das Angebot von einem Anwalt prüfen lassen – und wenn alles passt, schließlich seinen Frieden damit machen. Wer aber risikofreudig ist und etwas Geld auf dem Konto hat, dem sei eine andere Taktik empfohlen: Warum nicht das erste Urteil des Bundesgerichtshofs abwarten, das ab Mai 2020 verhandelt wird?

Ein Schuldspruch zulasten Volkswagens ist angesichts der mittlerweile recht deutlichen Rechtssprechung der Oberlandesgerichte wahrscheinlich. Möglich wäre sogar, dass Volkswagen die Nutzung des Autos bei derEntschädigungnicht mehr anrechnen darf. Dann würden aus 830 Millionen Euro schnell einige Milliarden Euro werden und die Käuferinnen und Käufer bekämen ein Vielfaches mehr an Entschädigung zurück. Wer aber schon jetzt ruhig schlafen möchte, wählt Variante eins.

                                

                             

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